Foto: iStockphoto.com /Greice Baltieri; Audi Zentrum Hannover; Jens Clausen; Fahrrad Burckhardt; SP-X-Kozik 

CO2-neutral mobil sein: Dafür braucht es auch die Elektromobilität, die sich aufmacht, den Markt zu erobern. 2020 wurden mit rund 194.000 Fahrzeugen rund dreimal so viele Stromer zugelassen wie im Jahr zuvor, so das Kraftfahrt-Bundesamt. Eingerechnet die Plug-in-Hybride, Gas- und Wasserstofffahrzeuge, fuhren knapp 395.000 E-Autos auf deutschen Straßen. Es ist die 180-Grad-Kehrtwende hin zu den Stromern.

VW und Audi haben Potenzial der E-Autos längst erkannt

„Wir werden schon bald unser gesamtes Angebot von der Kompakt- bis zur Oberklasse elektrifiziert haben“, sagt Sven Wagner, Vertriebsleiter Neuwagen Einzelabnehmer und Nutzfahrzeuge bei Volkswagen Automobile Hannover & Region. Die technische Entwicklung schreitet so rasant voran, dass selbst hochwertige Limousinen reif für den Elektroantrieb sind. Zum Beispiel bei der VW-Tochter Audi.

Sven Wagner, Vertriebsleiter Neuwagen Einzelabnehmer und Nutzfahrzeuge bei Volkswagen Automobile Hannover & Region

 

Mit jedem neuem E-Modell erhöhen wir die Reichweite und was viel wichtiger ist, wir reduzieren die Ladezeiten erheblich“, ergänzt Olaf Bock, Vertriebsleiter Neuwagen Einzelabnehmer beim Audi Zentrum Hannover.

Olaf Bock, Vertriebsleiter Neuwagen Einzelabnehmer beim Audi Zentrum Hannover

Immer mehr Supermärkte bieten Lademöglichkeiten

Parallel zu der steigenden Anzahl an E-Fahrzeugen steigt auch in der Landeshauptstadt und der Region Hannover die Zahl von Supermärkten, die auf ihrem Gelände bereits Ladepunkte installiert haben: „Es wird für Supermärkte zusehends ein Qualitätskriterium und Wettbewerbstreiber, ob sie über Ladesäulen für E-Fahrzeuge verfügen oder nicht“, so Jens Clausen, Mitgründer und Senior Researcher des Borderstep Instituts.
Auffällig: Besonders Edeka Wucherpfennig setzt zunehmend auf Ladesäulen. „Im Zuge der Mobilitätswende war es uns ein besonders Anliegen, unseren Kunden nachhaltige Energieträger in Form von kostenfreien E-Ladesäulen anzubieten. Zum einen leisten wir damit einen Beitrag, den Emissionsausstoß zu verringern, zum anderen sehen wir dies als nachhaltigen Kundenservice an“, erklärt Thorsten Wucherpfennig, Geschäftsführer von Edeka Wucherpfennig.

Laut Clausen gelte es nun auch für die anderen einzelnen Verbrauchermärkte, die Chance zu erkennen und den E-Auto-Boom nicht zu verschlafen. Auch die Leistung der Ladesäulen an den Supermarktparkplätzen könnte wichtig werden: „An einer 43 Kilowatt-Säule am Supermarkt kann ich gute hundert Kilometer Reichweite in einer halben Stunde laden. Das wäre dann richtig attraktiv“, meint Clausen, „bei elf Kilowatt sind es nur ca. 25 Kilometer“.

Jens Clausen, Mitgründer und Senior Researcher des Borderstep Instituts.

Hannover-Rad bedient hohe Nachfrage nach E-Bikes

Neben Autofahrenden sind auch Zweiradfahrende immer häufiger elektrisch unterwegs. Die einen wollen es schlicht bequemer, andere möchten größere Reichweiten bewältigen. „Die Nachfrage nach E-Bikes geht kontinuierlich nach oben“, sagt Meike Flasbarth, Inhaberin von Fahrrad Burckhardt in Hannover. Sie hat für das Projekt „Hannover bewegt sich“ ein „Hannover E-Bike“ aufgelegt, das im März auf den Markt kommt. „Ein Highlight ist das geringe Eigengewicht von nur knapp 23 Kilogramm. Damit lässt es sich leicht in den Keller tragen und behält das Fahr- und Lenkverhalten eines normalen Fahrrads“, so Flasbarth.

Das Team von Fahrrad Burkhardt hat für das Projekt „Hannover bewegt sich“ ein Hannover-Pedelec entwickelt.

 

Warum E-Roller eine alltagstaugliche Alternative zum E-Bike sind

Was aber tun, wenn einem das E-Auto trotz massiver Förderung zu teuer scheint und das E-Rad zu unbequem? Die Industrie hat auch hierfür eine Lösung im Angebot: E-Roller. Die elektrifizierte Vespa & Co. sind im Stadtverkehr kleiner und wendiger als jedes vierrädrige Gefährt, sie fahren aber schneller und weiter als ein E-Bike. Bis zu 80 Kilometer reicht eine Batteriefüllung. Damit sind sie auch für den Alltagsverkehr geeignet. Die herausnehmbaren Batterien können an jeder Steckdose aufgeladen werden.

Schnell, ökologisch und wendig: E-Roller.

Das größte Angebot gibt es in der Klasse, die 50 Kubikzentimeter Hubraum bei herkömmlichen Rollern mit Verbrennermotor entspricht. Ihr maximales Tempo liegt bei 45 km/h, was für den Alltagsverkehr locker reicht. Nötig ist ein Führerschein der Klasse B oder M. Alternativ kann man zu einer gedrosselten Variante greifen, die es auf Tempo 25 km/h bringt. Hierfür ist nur ein Mofaführerschein notwendig.

E-Roller punkten mit geringen Anschaffungskosten und niedrigem Verbrauch

Dabei sind die Anschaffungskosten für einen E-Roller ähnlich wie bei Elektrorädern: Ab etwa 1000 Euro geht es los. Günstig im Betrieb sind sie auch: Laut Automobil-Club Verkehr (ACV) kostet ein Kilometer im Elektroauto 3 bis 4 Cent, ein Kilometer mit dem E-Roller nur einen Cent.